55 Jahre Jungenspiel Markt-Preck
Das Spiel im Herzen der Stadt

Eine Chronik von Heinz-Günter Klinkenberg, Tanja Leffin (1951 - 2000) sowie Marcel Schröder (ab 2000)

 

Wenige Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges nahm das öffentliche und wirtschaftliche Leben in Deutschland wieder Formen der Normalität an. Die sogenannte Freßwelle war noch in vollem Gange, der unvorstellbare Hunger nach Nahrung und Kleidung war noch nicht befriedigt. Und doch wurde der Wunsch nach mehr geselligen Kontakten, nach Wiederaufnahme von Althergebrachtem, nach Tradition und altem Brauchtum immer größer. Im Jahre 1951 war es das erste Mal, dass sich die Maijungen von Markt und Preck zusammen fanden, um gemeinsam die alte Tradition des Maisingens und des Jungenspiels fortzusetzen. Es herrschte Übereinstimmung darüber, dass man es einmal zusammen versuchen sollte. Den jungen Leuten, die sich mit einem ungeheuren Eifer und einer nicht zu bremsenden Begeisterung an die Verwirklichung dieses Unterfangens heranmachten, stellten sich ältere, erfahrene Bewohner beider Ortsteile zur Verfügung und nahmen ihnen die organisatorischen Arbeiten ab. Zunächst galt es natürlich, das Jungenspiel mit Geld auszustatten. Jeder Maijunge zahlte einen gewissen Beitrag in die gemeinsame Kasse. Schon damals benötigte man genügend finanzielle Mittel, um ein derartiges Wagnis angehen zu können. Dem Kassenbuch des Jahres 1951 ist unter anderem zu entnehmen, dass die Feuerwehrkapelle Würselen für die stolze Summe von 950,-- DM engagiert wurde und ein Strohhut war schon 1951 nicht unter 1,95 DM zu bekommen. Bedenkt man den damaligen durchschnittlichen Facharbeiterlohn von rd. 290 DM brutto im Monat, erkennt man die Relationen. Schließlich Übernahmen drei im Ortsteil ansässige Geschäftsleute die Bürgschaft für das Gelingen des Neubeginns, um das neue Spiel nicht von vornherein an finanziellen Dingen scheitern zu lassen.



Schon bald wurden Absprachen darüber getroffen, wer Maikönig werden könnte. Die Wahl der Maijungen fiel auf Leo Zimmermann. Damit hatten die Maijungen von Markt und Preck den ersten gemeinsamen Würdenträger und es konnte an das Organisatorische zur Durchführung des Ausrufens gedacht werden. Im Restaurant "Zum Kank" traf man sich zur Vorbereitung der Mainacht. Nach intensivem Proben des Mailiedes zogen die Maijungen 1951 in der Nacht zum ersten Maisonntag durch die bis dahin eigenständigen Ortsteile Markt und Preck, um an den Häusern der unverheirateten Mädchen das Mailied zu singen.

Zur ersten gemeinsamen Maikönigin wurde in dieser Nacht Marlene Plum proklamiert. Der Anfang war also gemacht und alles war zur besten Zufriedenheit ausgefallen. So schaute man schon hoffnungsvoll auf "Große Kirmes". Man wollte unbedingt ein Jungenspiel auf die Beine stellen. Dazu gehörte natürlich der Einsatz der gesamten Maijungen. Nach kurzen Überlegungen, Besprechungen und Berechnungen war es klar; die Markt-Precketer Maijungen riefen zum Jungenspiel 1951 auf. In einer Versammlung wurde Heinz Felder zum Pritschenmeister und Franz Scheeren zum Maiknecht gewählt. Nun galt es Maipaare für das Jungenspiel zusammen zu stellen, Trommler- und Pfeiferkorps und Blasmusik sowie eine Tanzkapelle zu besorgen.
Letztlich mußte natürlich auch ein Fahnenschwenker her. Fündig wurde man in Heimerzheim an der Ahr mit Christian Hübinger. Dieser hatte weitläufige familiäre Bindungen zum Ortsteil, woran man sich in den Kreisen der Maijungen erinnerte. Es bedurfte deshalb keiner großen Überredungskunst, um Herrn Hübinger nach Würselen zu locken. Die kunstvolle Art mit der er verstand die Fahne zu schwenken, fand allgemeine Anerkennung.
Seine Heimat für die 4 Kirmestage fand das erste Jungenspiel im Konzerthaus "Zum Kank". Nach all den Jahren der Not und der Gefahr traf man sich wieder in einer einzigen großen Familie und fand zurück zu echter Freund- und Kameradschaft. Jeder war für jeden da, des einen Freude war zugleich die des anderen. Und so verflogen die 4 Kirmestage im Rausch des Frohsinns und der Begeisterung. Der Abschluß - das Begraben des Spiels - war so eindrucksvoll und von so großer Teilnahme, dass damit ein Signal gesetzt wurde für die Spiele der kommenden Jahre.



So war es nicht verwunderlich, dass sich zum Maisingen 1952 fünfundzwanzig Maijungen zusammenfanden, um die stattliche Anzahl von 160 Mädchen des Ortsteils Markt-Preck mit dem Mailied zu erfreuen. Nach Auszählung der Gaben wurde Fräulein Marlene Plum zur Maikönigin gekürt. Mit ihr wurde Maikönig Walter Horbach beim Maiball am 05.05.1952 im Hause "zum Kank" vorgestellt. Kurz darauf wurden im Rahmen einer Maijungenversammlung auch der Pritschenmeister und die in der damaligen Zeit üblichen sechs Pritschenjungen benannt. Gleichzeitig beschlossen die Maijungen der Einladung zur Teilnahme am Festzug anläßlich des 30-jährigen Jubiläums des Trommler- und Pfeiferkorps Alten Kameraden Folge zu leisten. Kurz vor den Kirmestagen änderte sich überraschend die Spielspitze. Maikönigin wurde Anni Groenemeyer, Maiknecht Franz Amberg.



Nachdem das Trommler- und Pfeiferkorps Verlautenheide und die Feuerwehrkapelle Würselen verpflichtet werden konnten, war man für die Kirmestage vom 21.-24.06.1952 bestens gerüstet. Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass die Freunde aus Verlautenheide uns bis heute treu verbunden geblieben sind.
Am Pfingstmontag 1954 schoß Schützenkönig Josef Göttgens den Vogel ab und legte die Königsspielfrage in die Hände der Grevenberger Maijungen. Bei den Markt-Precketer Maijungen war man doch etwas enttäuscht. Hatten doch viele den heimlichen Wunsch gehegt, diesmal selbst ein Königsspiel zu starten. Die Enttäuschung wich jedoch acht Tage vor Kirmes dem Willen dennoch ein Jungenspiel auszurichten. In kürzester Zeit wurden die notwendigen organisatorischen Maßnahmen hierfür getroffen. Es war ein Fragen und Rennen, Schreiben und Beraten.
Das 54iger Spiel hatte zwar nicht so viele Teilnehmer wie in den vorangegangenen Jahren, aber es konnte sich durchaus sehen lassen. Dagegen zeigte sich allerdings die finanzielle Seite schlechter. Wie aus dem Kassenbuch hervor geht, verzeichneten die Maijungen einen Rückgang von rund 50% gegenüber dem ersten Spiel. Dies traf sie sehr hart und nahm ihnen zunächst den Mut in den beiden folgenden Jahren Jungenspiele zu organisieren, so dass man sich darauf beschränkte lediglich Maibälle abzuhalten.
Zum ersten Mal fand im Jahre 1957 das Markt-Precketer Jungenspiel in einem Zelt während der Kirmestage seine Heimat, da es Arnold Kahlen gelungen war, Schützenkönig der St. Sebastianus Schützen-Gesellschaft 1624 Würselen zu werden und somit erstmals nach dem 2. Weltkrieg das Königsspiel nach Markt-Preck zu holen. Erstellt wurde das Festzelt auf dem jetzigen Spielplatz an der Klosterstraße.
Königsspiel wurde man auch im Jahre 1958. Wiederum luden Jungenspiel und Schützen zu Stunden des Frohsinns und der Heiterkeit in ein Festzelt ein, das in diesem Jahr auf dem Platz des heutigen Gymnasiums stand.
Die uns heute selbstverständliche Zeltatmosphäre war in damaliger Zeit noch etwas besonderes, weil die finanzielle Situation der Jungenspiele es nicht zuließ ein Festzelt anzumieten.
Nahezu ein Jahrzehnt verging, ehe es dem Schützen Martin Marks 1966 gelang, wieder ein Königsspiel in den Ortsteil Markt-Preck zu bringen.



Ihm folgte im Jahre 1967 Christian Pütz auf den Schützenthron.
1968 gelang es Willi Nehr den Königsvogel abzuschießen und so ging das erste Kaiserspiel in Würselen nach dem Krieg in den Ortsteil Markt-Preck.
Dieses Kaiserspiel wurde zu einem großen Ereignis. Wann hatte es das schon gegeben, dreimal in Folge mit den Schützen im Gefolge ausmarschieren zu können. Ganz Würselen huldigte Spiel und Schützenkönig. Das Jungenspiel des Jahres war eines der absoluten Glanzlichter 1968 in der Geschichte des Jungenspiels Markt-Preck. Nicht nur, aber auch weil das amtierende Maikönigspaar Marlene Soquat und Georg Hansen von den beiden Königspaaren der vorangegangenen Jahre 1966 und 1967 begleitet wurde.
Das für das Jungenspiel Markt-Preck bis heute einmalige Erlebnis ist jedem Teilnehmer unvergessen geblieben.



Dunkle Wolken zogen im Jahre 1971 über das Jungenspiel herauf. Nicht nur das schlechte Kirmeswetter, auch ein miserabler Zeltbesuch brachten die Markt-Precketer Maijungen an den Rand einer finanziellen Pleite. Nur durch die persönliche Unterstützung einiger treuer Anhänger konnte ein Debakel abgewendet werden. So war es nicht verwunderlich, dass aufgrund der unzureichenden finanziellen Mittel im Jahre 1972 kein Festzelt angemietet werden konnte. Aus diesem Grunde mußte das Jungenspiel ins Jugendheim der Pfarre St. Sebastian an der Wilhelmstraße ausweichen. Zum Tanz spielten erstmalig "The Jackies" auf. Wie sich später zeigen sollte, blieben diese dem Jungenspiel Markt-Preck noch lange treu.



Leider fanden aber auch ins Jugendheim nur sehr wenige Besucher, so dass man im Jahre 1973 gar ganz von der Durchführung eines Jungenspieles Abstand nehmen wollte. Aber wie so oft im Leben kam es anders. Beim Königsvogelschuß der St. Sebastianus Schützen-Gesellschaft 1624 Würselen am Pfingstmontag 1973 errang Ernst Ramms die Königswürde für Markt-Preck. Nun kam es darauf an, innerhalb von nur drei Wochen ein passables Königsspiel auf die Beine zu stellen.
Dank des großen Einsatzes aller Maijungen, sowie einer hervorragenden Unterstützung der St. Sebastianus Schützen-Gesellschaft wurde es zu einem der schönsten Markt-Precketer Jungenspiele überhaupt. Seit diesem Jahr haben übrigens alle Kirmesveranstaltungen in einem Festzelt stattgefunden.



Durch diesen unerwarteten Erfolg ermutigt faßte man schnell den Entschluß auch 1974 ein Jungenspiel durchzuführen. Aufgrund der immer noch angespannten finanziellen Situation beschloß man, auf Vorschlag von Dieter Schmitz den Ausschank aus eigenen Reihen zu organisieren. Das Glück war den Markt-Precketer Maijungen wiederum hold, konnten sie sich doch mit Schützenkönig Martin Marks ein weiteres Mal als Königsspiel an den Kirmestagen präsentieren.
Dank des großartigen Wetters und des nicht zuletzt deswegen sehr guten Zuspruchs von Seiten der Bevölkerung war auch dieses Königsspiel ein Erfolg. Die zu Beginn der 70er Jahr aufgetretene Krise konnte durch den Idealismus und den Elan der jeweiligen aktiven Maijungen und aller ehrenamtlichen Helfer überwunden werden.
Besonders gefeiert wurde das 25-Jährige Jubiläum des Jungenspiels Markt-Preck im Jahre 1975. Da es schon immer das Ziel des Markt-Precketer Jungenspiels war, bei den Umzügen seinen Ortsteil würdevoll zu repräsentieren, wurden der Würselener Bevölkerung im Jubiläumsjahr einige zusätzliche Überraschungen dargeboten.
Den nötigen musikalischen Rahmen gaben dem Spiel die Trommler- und Pfeiferkorps Verlautenheide, Bardenberg, der Orchesterverein Kohlscheid und der Hansa-Volksmusik-Verein Gießen.



Eine außergewöhnliche Überraschung hatten sich die Maijungen der ersten Stunde einfallen lassen. Sie schlossen sich am Kirmessonntag dem Maikönigspaar 1975, Karin Rahn und Walter Hommelsheim, an.
Es gelang ihnen nahezu alle Aktiven des Jahres 1951 in einem "eigenständigen" Jungenspiel zu formieren, wobei selbst die Pritschenjungen nicht fehlten. Dem Jubiläumsspiel und auch sich selbst machten sie mit dem Trommler- und Pfeiferkorps Kornelimünster und dem Instrumentalverein Frelenberg zwei weitere Musikkapellen zum Geschenk. Die Zuschauer des großen Festzuges am Sonntagnachmittag brachten ihre Freude und Anerkennung durch großen Beifall zum Ausdruck.
Auch in den nächsten Jahren feierte man mit der Bevölkerung des Ortsteils stets gelungene Kirmesfeste mit Frohsinn und Geselligkeit im Festzelt an der Neuhauserstraße. Wenn auch das Wetter nicht immer vom Besten war, konnte dies die Stimmung der Maijungen und Mädchen nicht trüben. Auch mit dem Zuspruch seitens der Markt-Precketer Bürgerinnen und Bürger war man überwiegend sehr zufrieden. Stets war man bemüht das alte Würselener Brauchtum der Jungenspiele zu pflegen, wobei man aber auch Neuem gegenüber aufgeschlossen war. So gab es im Jahre 1978 erstmalig eine Thekeneröffnung am Freitagabend. Was anfänglich als gemütliches Treffen der Aktiven des Jungenspieles und einigen dem Jungenspiel sehr nahe stehenden Bewohnern des Ortsteils Markt-Preck begann, war bereits zwei Jahre später so erfolgreich, dass 1980 weit über 200 Gäste im Festzelt begrüßt werden konnten, was besonders deshalb erstaunlich war, da zeitgleich die Fußball-Europameisterschaft in Belgien stattfand.
Wie schon im Jahr zuvor mit Herrn Albert Pütz konnte man auch im Jahre 1980 den Schützenkönig präsentieren. Walter Jansen war es nämlich am Pfingstmontag geglückt, den entscheidenden Treffer zu landen. Der Wunsch erneut ein Kaiserspiel stellen zu dürfen blieb unerfüllt, ging doch das Königsspiel 1981 nach Oppen-Haal.
Ein doppeltes Jubiläum feierte man 1982 auf dem Preck. Sowohl das Trommler- und Pfeiferkorps Verlautenheide als auch die Tanzkapelle "The Jackies" waren 10 Jahre lang in Folge Garanten für hervorragende musikalische Unterhaltung während der Kirmestage.


 


Die St. Sebastianus Schützengesellschaft von 1624 Würselen begleitete das Markt-Precketer Jungenspiel in den 80iger Jahren insgesamt fünf Mal. Nach Walter Jansen (1980) waren Friedhelm Froitzheim (1983), Ludwig Stevens (1985), Wilhelm Steier (1986) und Hans-Dieter Pütz (1988) die Schützenkönige des Jungenspiels. Allzu optimistisch wäre die Ansicht gewesen, "The Jackies" hätten noch bis ins hohe Alter bei Markt-Preck Tanzmusik gemacht. Dennoch war 1983 die Kunde von der Auflösung ein Schlag, den die Organisatoren des Spiels erst einmal verdauen mußten. Sie standen vor der schweren Aufgabe für die bei Jung und Alt so beliebte und immerhin zehn Jahre mit dem Jungenspiel verbundene Kapelle Ersatz zu beschaffen. Recht schwer in einer Zeit, in der die Disco den "Kapellenwald" merklich lichtete. Gute Tanzkapellen waren rar. Fündig wurden sie schließlich in dem sieben Mann starken "Tanzorchester Günter Jeschke". Neues gab es auch wieder einmal 1984 beim Jungenspiel Markt-Preck. Damals noch sehr der Tradition verpflichtet konnte man sich noch nicht dazu durchringen, weibliche Pritschenkinder dem Spiel vorausgehen zu lassen. Die jungen Mädchen im Ortsteil wollten sich hiermit aber nicht abfinden und gründeten mit Unterstützung des Pritschenmeisters dieses Jahres, Andreas Graf, eine eigene Fahrradgruppe, die bis heute die Umzüge des Markt-Precketer Jungenspiels mit ihren liebevoll geschmückten Fahrrädern anführt.



Unsicherheit bezüglich des Zeltplatzes ging 1985 bei den Maijungen um. Der Bau des neuen Rathauses schien eine Verlagerung des Zeltstandortes zumindest in diesem Jahr notwendig zu machen. Verzögerungen bei der Bebauung des unteren Morlaixplatzes ermöglichten es jedoch ein Festzelt in gewohnter Form (damals noch parallel zur Neuhauser Straße) zu errichten. Mehrere Jahre prägten die Bauarbeiten unterhalb des neuen Rathauses den Ortsteil Markt-Preck. Seit Fertigstellung der Parkpalette hatte die Sorge um die Zukunft des Zeltstandortes ein Ende. Zum vorerst letzten Mal wurde 1986 Ausschau nach einer neuen Tanzkapelle gehalten. Als musikalischer und menschlicher Glücksgriff stellte sich die Verpflichtung der "Take Five" heraus. Durch ihr bunt gemischtes Repertoire mit Stücken aus allen musikalischen Stilrichtungen verstehen sie es stets ihr Publikum bestens zu unterhalten.

Die neunziger Jahre

Vierzig Jahre Jungenspiel Markt-Preck wurden 1990 gefeiert. Wieder hatte man sich großes vorgenommen. Zum "normalen" Spiel gesellten sich die ehemaligen Spielspitzen der vergangenen 40 Jahre. Außerdem war die St. Salmanus-Bogenschützen-Gesellschaft Drisch-Würselen 1889 mit ihrem Schützenkönig Sebastian Klinkenberg beim Jungenspiel Markt-Preck mit dabei, was dazu führte, dass man sich in diesem Jahr sogar als "Königsspiel" bezeichnete. Seither sind die St. Salmanusschützen zum festen Bestandteil der sonntäglichen Umzüge des Jungenspieles geworden, wenngleich das Jungenspiel Markt-Preck aus alter Tradition heraus weiterhin nur als Königsspiel auftritt, wenn der Schützenkönig der St. Sebastianus Schützen-Gesellschaft 1624 im Ortsteil beheimatet ist.



Wie bei Jubiläen allgemein üblich wurde auch der Rahmen der Jungenspielveranstaltungen aufgewertet. So konnte zur Thekeneröffnung mit "Ridgeline" eine zusätzliche Tanzkapelle engagiert werden. Bei den Umzügen sorgten der Spielmannszug Eschweiler Bergrath, der Musikverein Concordia Jakobwüllesheim, das Trommler- und Pfeiferkorps Verlautenheide, das Trommler- und Pfeiferkorps Aachen-Brand, sowie das Musikkorps Hambach für den guten Ton. Nicht zuletzt dank guter Witterungsbedingungen wurde das Jubiläumsspiel 1990 ein großer Erfolg.
Den nächsten großen Wurf landeten die Verantwortlichen 1992. Das Trommler- und Pfeiferkorps Alte Kameraden 1922 Würselen konnten für Maiball und Kirmes verpflichtet werden. Damit konnte nochmals die ohnehin schon auf hohem Niveau stehende musikalische Qualität bei den Umzügen des Jungenspieles gesteigert werden.



Hinzu kam wenige Jahre später die Herzogenrather Kapelle Straß. Das Zusammenspiel dieser beiden Musikkapellen funktioniert hervorragend, so dass das Jungenspiel damit einen Klangkörper bei seinen Umzügen besitzt, der in Würselen seinesgleichen sucht.
Deutlich wird das vor allem bei den großen Sonntagsumzügen.
Im August des gleichen Jahres nahm eine Abordnung einiger Würselener Jungenspiele am "kleinen" Nordrhein-Westfalen-Fest im westfälischen Detmold teil. Hier waren auch Maipaare des Jungenspiels Markt-Preck vertreten.
Ohne die Mithilfe ehrenamtlicher Kräfte wäre der Erfolg des Jungenspiels Markt-Preck nicht denkbar gewesen. So müssen zum Beispiel für die Thekenmannschaft alljährlich ca. 80 Personen gefunden werden, die unentgeltlich Dienst tun. Zu fünf Tagen Tanz im Festzelt wurde zum erstenmal 1993 eingeladen. Anstatt der vorher üblichen Thekeneröffnung findet seither auch Freitags ein Tanzabend unter dem Motto "Tanz mit Evergreens" statt. Besonders gelungen war 1993 auch die Zeltdekoration. Die Eheleute Ludwig und Marlies Stevens verwandelten das Festzelt in ein Bahnhofsgebäude. Auch in den Folgejahren sorgten die Mottos der Zeltdekoration (Dschungel, Urlaub in Markt-Preck, Reiturnier, Gartenkolonie Markt-Preck, ...) immer wieder für ein besonderes Ambiente.

Das Jungenspiel im neuen Jahrtausend

Im Jahr 2000 feierte das Jungenspiel sein 50 jähriges Bestehen und hatte darüber hinaus in diesem Jahr wieder die Ehre, die Würde des Königsspiels zu tragen. Über diese Kirmes spricht man heute noch weit über den Ortsteil hinaus. So spielte in diesem Jahr die Blasmusikgesellschaft aus Ottobeuren und erzielte eine derart großartige Resonanz, dass man sich entschloss, die mittlerweile zu Freunden gewordenen Musiker im Jahre 2004 erneut nach Würselen einzuladen. Bei dem musikalisch gestalteten Frühschoppen sowie den Festzügen konnte die Blasmusikgesellschaft Ihr hohes musikalisches Niveau sehr gut unter Beweis stellen.

Als das Trommler- und Pfeiferkorps Alte Kameraden im Jahre 2002 auf sein 80-jähriges Bestehen zurückblicken konnte, hatten sich zur Feier dieses stolzen Jubiläums befreundete Järgerzüge des Neusser Jägerkorps angekündigt, die zur großen Bewunderung der Würselener Bevölkerung die beiden Festzüge am Kirmessonntag begleiteten und somit das farbenprächtige Bild des Jungenspiels noch einmal verstärkten. Dem Jägerzug "Jagdhorn" hat es in Würselen so gut gefallen, dass sie 2005 der Einladung des Jungenspiels wieder gerne folgten und von Kirmessamstag bis Kirmesmontag wieder zu Gast auf dem Morlaixplatz waren.

Mittlerweile am Ende des Jahres 2005 angekommen, kann das Jungenspiel "Markt-Preck" auf 55 Jahre Jungenspiel mit einigen Höhen und Tiefen zurückblicken. Ein absoluter Höhepunkt in diesem Jahr war das 20-jährige "Bühnenjubiläum" der Tanzkapelle Take Five auf der Bühne des Markt-Precketer Jungenspiels. Leider sollte es aber auch das letzte Jahr sein, dass diese hervorragende Band bei den Kirmesveranstaltungen des Jungenspiels auftritt.